TOM – Männerfantasien – Band 1
Bewusst ausgewählte, nicht explizite Leseprobe
Rundum-Versorgung
... Als ich auf das Haus zuging, bekam ich gerade noch mit, wie eine in der Eingangstür stehende attraktive Dame in einem dunkelblauen, seidig glänzenden Hausmantel zu einem etwas pummelig geratenen Typen sagte – wahrscheinlich ein Kommilitone –, dass das Zimmer bereits vergeben sei. Ich wollte mich gerade abwenden, um umzukehren, da rief sie mir zu, dass ich doch mal herüberkommen solle. Der Kommilitone huschte irritiert an mir vorbei.
Als ich vor sie trat, den Grund für mein Kommen nannte und zögerlich hinzufügte, dass das Zimmer ja aber wohl schon vergeben sei, meinte sie: »Ach, das gilt doch nicht für Sie. Kommen Sie erst mal rein, dann werden wir weitersehen.«
Sie führte mich, nach einem kurzen Rundgang durch das Haus, in das Zimmer, das zur Vermietung stand. Schon beim ersten Schritt hinein war ich total angetan. Zwar nicht groß, aber einladend und praktisch. Das große Fenster öffnete den Blick auf stattlich hohe Laubbäume, deren Blätter sanft im Wind tanzten. Ich musste lächeln. Hier könnte ich es aushalten.
Sie selbst wirkte gepflegt, heiter und auf jene unaufdringliche Art elegant, die gerade deshalb auffiel. Mangels Sitzgelegenheiten ließ sie sich auf dem Bett nieder und meinte, dass ich doch neben ihr Platz nehmen solle.
»Also«, begann sie, während sie sich umständlich eine kleine Falte aus dem Mantel auf der Höhe ihres Schoßes strich, dorthin also meinen Blick lenkte: »Woher kommen Sie? Was studieren Sie? Welches Semester?«
Ich beantwortete all ihre Fragen, doch meine eigene Neugier meldete sich schnell zu Wort. »Und … was genau bedeutet eigentlich die Rundum-Versorgung, von der in der Anzeige zu lesen war?«
»Ach wissen Sie …«, sie verschränkte die Hände in ihrem Schoß, senkte den Blick leicht – nur um ihn dann mit einem feinen, schelmischen Glitzern mir wieder zuzuwenden. »Mein Mann hat mich vor einem Jahr wegen einer anderen verlassen. Seitdem ist es … sagen wir … erstaunlich still im Haus geworden.« Eine zarte Pause. »Sie können sich sicher denken, dass eine noch junge Frau wie ich irgendwann gewisse … Gesellschaft zu schätzen weiß.«
Ich runzelte die Stirn amüsiert. »Gesellschaft?«
»Ja.« Sie rückte einen Hauch näher, kaum merklich – aber genug, dass ich ihren Parfümton deutlicher wahrnahm, warm, elegant, ein wenig fordernd. »Ich müsste natürlich erst einmal herausfinden, ob wir überhaupt zueinander passen. Wir würden dann ja schließlich … einiges an Zeit miteinander verbringen.«
Ihr Tonfall war federleicht, aber ihre Augen suchten die meinen bewusst – als wollten sie prüfen, wie ich darauf reagierte, was ich ertragen konnte.
Dann legte sie, beinahe zufällig, eine Hand auf meinen Oberschenkel. Sie tat es mit einer natürlichen Selbstverständlichkeit. Als sie spürte, dass ich nicht zurückwich, ließ sie ihre Hand einfach dort liegen.
»Sie wirken jedenfalls«, meinte sie leiser, »wie ein äußerst sympathischer junger Mann … und so gutaussehend.«
»Frau Dr. Forgberg, Sie überraschen mich.«
»Ach bitte.« Sie winkte ab, kokett, als sei sie völlig unschuldig. »Lassen Sie mich doch ein bisschen flirten. Gefalle ich Ihnen denn etwa nicht?«
Fast ein wenig zu überschwänglich, zu spontan erwiderte ich: »Doch … doch. Sehr sogar.«
Sie lächelte – ein Lächeln, das mehr versprach, als es verriet – und für einen Atemzug lag dieses kaum greifbare, aber unwiderstehliche Knistern in der Luft, das entsteht, wenn zwei Menschen sich plötzlich auf der gleichen elektrischen Frequenz begegnen.
»Also«, begann sie und strich sich eine Haarsträhne hinter das Ohr, »ich habe ja viele Bewerber für das Zimmer. Aber Sie …«
Sie ließ den Satz in der Luft hängen, als wollte sie mich dazu verleiten, ihn selbst zu vollenden.
»Ich?«, hakte ich nach. […]
»Sie wirken … unkompliziert. Und das ist mir wichtig.«
Sie betrachtete mich mit prüfendem Blick. »Außerdem«, fügte sie hinzu und klopfte leicht auf meinen Oberschenkel, »haben Sie eine sehr angenehme Ausstrahlung.«
Sie rückte ein Stück zur Seite, als wollte sie mir Platz machen. Doch die Bewegung brachte sie mir nur näher, denn sie veränderte ihre Position, legte ihr rechtes Bein angewinkelt vor mir aufs Bett […]. Jedenfalls wurde ich wohl augenblicklich rot und war für den Moment zu keiner Äußerung fähig.
»Wissen Sie«, setzte sie ungerührt, aber leiser fort, »allein dieses große Haus … das ist manchmal fast schon zu viel der Stille.« Sie fingerte leicht an der Manschette ihres Hausmantels herum. »Ein bisschen Leben tut gut. Ein bisschen Präsenz. Ein bisschen … Aufmerksamkeit.«
»Ich kann aufmerksam sein«, sagte ich, ohne nachzudenken.
Ihre Augen hoben sich, und der Blick, den sie mir nun zuwarf, war von jener Sorte, die einen ganzen Roman in einem einzigen Satz ersetzen konnte.
»Das dachte ich mir«, murmelte sie.
»Stellen Sie sich vor«, begann sie mit einem Lächeln, »Sie wohnen hier. Sie kommen nach Hause, vielleicht spät nach einer Vorlesung. Und ich bin da. Ich koche gern … manchmal zu viel. Es wäre schön, jemanden zu haben, der probiert, was ich mache. Ein bisschen Leben tut gut. Ein bisschen Präsenz. Jemand, der nicht nur ein Zimmer bewohnt, sondern auch bemerkt, dass ich da bin.«
Sie ließ die letzten Worte wieder so zart klingen, dass sie beinahe eine eigene Temperatur bekamen.
»Glauben Sie«, fragte sie, »Sie könnten sich auf so etwas einlassen? Und glauben Sie mir«, fügte sie mit einem feinen Lächeln hinzu, »ich habe ein gutes Gespür dafür, ob jemand zu diesem Haus passt.« Sie sah mich einen Augenblick länger an, als nötig gewesen wäre. »Und zu mir.« ...
Der Auszug wurde für die Veröffentlichung auf dieser Website gekürzt. Explizite, darum ausgelassene Passagen sind durch […] gekennzeichnet.