TOM – Männerfantasien – Band 3

Bewusst ausgewählte, nicht explizite Leseprobe

Hinweis zur Auswahl Die folgende Passage vermittelt einen Eindruck von Erzählstimme, Atmosphäre und Figurenzeichnung des Bandes. Die Buchreihe richtet sich an Erwachsene und enthält auch explizite erotische Szenen. Für diese Website wurde bewusst ein nicht expliziter Auszug ausgewählt.
Nach einem Friseurtermin trifft Tom auf eine Politesse, die seinem Charme zunächst überraschend wenig Beachtung schenkt. Aus einem Strafzettel wird eine Einladung – und aus der vermeintlich sicheren Verabredung eine Lektion darüber, wer hier tatsächlich die Regeln bestimmt.

Die Politesse

Dieser herrliche Sommer in der Stadt!

Die Nacht war viel zu kurz und jetzt musste auf einmal alles ganz schnell gehen. Da war der Friseurtermin. Ein magisches Ritual, das mein Äußeres in einen verwegenen, verführerischen Look verwandelte. Meine Locken hatten sich längst zur wilden Mähne aufgeschwungen – ein Zustand, der nach Nora schrie. Sie war nicht nur Haarstylistin, sie war eine Künstlerin mit Schere und Föhn.

Und jedes Mal, wenn sie mit mir fertig war, geschah dieses kleine Wunder: Ich blickte in den Spiegel und sah … einen verwegenen Helden, bereit für jedes Abenteuer – ob erotisch oder anderweitig.

Doch das Beste kam dann immer zum Schluss. Der Abschied. Jener Kuss, der eigentlich ein ›Aufwiedersehenskuss‹ war – kaum mehr als eine Berührung unserer Lippen, hauchzart, flüchtig, aber elektrisierend wie ein Kurzschluss. Ich war überzeugt, nur ich bekam ihn, diesen intimen Gruß. Dann ihr flehender Blick, ihr warmer Atem noch auf meiner Wange – und ich: wie ein tragischer Filmheld entschwand ich jedes Mal, frisch frisiert, in Richtung Horizont …

… nur dass mir der Horizont diesmal eine Politesse in den Weg gestellt hatte.

Denn kaum trat ich aus dem kühlen Salon ins gleißende Sonnenlicht, stockte mir der Atem. Dort stand sie. Und musterte mit hochgezogener Braue mein Fahrzeug – meinen heißgeliebten »Gaul«, der eindeutig im Parkverbot döste. Ich war geliefert.

Sie war die Ordnung in Person. Die blonden Haare streng nach hinten gebunden, ein makelloser, bronzefarbener Teint und ein Körper, als hätte ihn ein Bildhauer unter der Dusche mit heißem Stahl geformt. Bei ihr dürften selbst Strafzettel erotisch riechen.

Ihre schlanken, muskulösen Beine blitzten unter dem blauen Sommerrock hervor, ihr Blick so durchdringend wie ein Röntgengerät.

Was tun? Abwarten, bis sie verschwunden war, den Strafzettel als Andenken – oder mich ins Unvermeidliche stürzen?

Ich griff mir in die frisch frisierten Haare, zog die Stirn charmant kraus und marschierte entschlossen auf sie zu – bereit, alles in die Waagschale zu werfen.

»Nein, nein, nein – ich bin ja schon da! Musste nur eben … Geld wechseln …«

Sie drehte sich zu mir, musterte mich von oben bis unten, ihre Lippen diszipliniert geformt.

»Das hilft Ihnen nicht, junger Mann. Hier ist Parkverbot. Die Parkzone endet dort drüben.«

Ihr ausgestreckter Zeigefinger schnitt förmlich durch die heiße Luft – so präzise und erbarmungslos wie ein Kommandobefehl wies er die Richtung.

»Oh, das wusste ich nicht … wirklich nicht. Ich bin sofort weg!«

Sie ließ sich nicht beirren, tippte weiter seelenruhig auf ihrem kleinen Gerät herum. Ich hatte das Gefühl, selbst meine Herzdaten würden dort gerade erfasst.

»Aber bitte … lassen sie Gnade walten. Ich lade sie ein – Harrison, heute 19 Uhr, ja, ich reserviere den besten Tisch?«

Sie hielt inne. Ihre Augen bohrten sich in meine. Es war, als ob sie genau wüsste, was sie in mir anrichtete. Dann riss sie mit einer lässigen Bewegung den Ausdruck ab, reichte ihn mir wie eine Einladung zur Buße und raunte:

»Mal sehen … vielleicht.«

Sie drehte sich um, und ich konnte nicht anders: Mein Blick blieb an ihrer Hüfte hängen. Sie stolzierte davon – geschmeidig, sinnlich, furchteinflößend.

Ich starrte ihr nach. Eine Frau, die mir nicht sofort verfiel? Das war fast … unerträglich aufregend.

Zu Hause angekommen fluchte ich: Ganz klar, die musst du bekommen […].

Ich malte mir alles genau aus, während ich im Bad an dem großen Spiegel stand und mich – schon etwas verunsichert – meiner Unwiderstehlichkeit zu vergewissern suchte. Genauso wird es kommen! – redete ich mir Mut ein.

Punkt 19 Uhr saß ich in der Fußgängerzone vor dem Café und wartete schon zunehmend unruhig, wie ich zu meinem Kummer meine Uncoolness bemerkte.

Die Zeit verging, sie kam einfach nicht. Tausend Blicke streiften mich – ich war ein wandelnder Flirtmagnet. Nur: Keiner war von ihr. Eine Niederlage, das gibt’s doch nicht.

Ich wartete weiter. Je später es wurde, desto sicherer war ich mir: Niederlage.

Schließlich, es war schon 20 Uhr, stand ich auf und ging. Mein Stolz schleifte hinter mir her wie ein schmutziger Mantel.

Gerade hatte ich das Café hinter mir gelassen, da – plötzlich – kam sie mir entgegen. Keine Entschuldigung. Keine Erklärung. Nur: »Es ist eben später geworden.«

Was für eine Unverschämtheit!

Ohne noch ein Wort setzte ich meinen Weg fort. Aus den Augenwinkeln beobachtete ich, wie sie völlig unbeeindruckt ungefähr dort Platz nahm, wo ich eben noch gesessen hatte. Eiskalt. Beiläufig. Als wäre das alles nichts.

So etwas hatte ich noch nicht erlebt, unverschämt! Ich bemerkte schon, wie ich zauderte und begann, mir Vorwürfe zu machen, so schnell aufgegeben zu haben. Nun ist es aber doppelt blöd, wenn ich jetzt wieder umkehre. Verdammt. Doch hast Du ihr Dekolleté gesehen. Diesen makellosen Teint, diese Brüste und dieses unerschütterliche Selbstvertrauen.

Ich drehte also um, was blieb mir anderes übrig?

Schließlich stand ich wieder vor ihr und brachte nur die kläglichen Worte hervor: »Jetzt habe ich schon so lange auf sie gewartet – jetzt soll es nicht auch noch umsonst gewesen sein.«

»Sehr vernünftig. Nehmen Sie Platz.«

Sie hatte die Beine übereinandergeschlagen – ihr Oberschenkel spannte leicht unter dem Sommerstoff, das Licht glitt über ihre gebräunte Haut wie eine Liebkosung. Und dann dieses leise Lächeln. Klein. Leicht. Kaum wahrnehmbar. Aber es traf mich […]. Ich war erledigt. ...

Der Auszug wurde für die Veröffentlichung auf dieser Website gekürzt. Explizite Passagen sind durch […] gekennzeichnet.